1. Mai – eine Einladung zu einem zähen Geschäft

Der 1. Mai steht vor der Tür und wie in jedem Jahr stehen radikale Linke vor der Frage: was tun? Auf die Straße oder ausschlafen? Ursprünglich als internationaler Kampftag der Arbeiterbewegung ausgerufen, mit einer bewegten Historie, ist in Aschaffenburg von kämpferischer Stimmung seit vielen Jahren nichts zu spüren. Traditionell ruft der DGB in sozialdemokratischer Manier zum „Tag der Arbeit“ auf. In der Praxis bedeutet dies, eine klassische Latsch-Demo vom Linde-Werk in die Innenstadt mit anschließendem Umtrunk, welcher sich Mai-Fest nennt. Der letzte Versuch im Jahr 2010, eine Art antikapitalistischen Block auf der Gewerkschaftsdemo zu initiieren, war gut gemeint, in seiner Umsetzung aber sehr überschaubar und in der Außenwirkung eher kläglich.
Die DGB Demo selbst ähnelt ansonsten jedes Jahr größtenteils einem Schweigemarsch. Inhaltlich gewohnt oberflächlich und der Lohnarbeit huldigend ist das diesjährige Motto des DGB „Gute Arbeit. Soziales Europa“. So wichtig wir gewerkschaftliche Organisierung auch finden, so sehr sind wir von den handzahmen Minmimalforderungen, der Standortlogik und der sozialpartnerschaftlichen Praxis der DGB-Führung angewidert.
Doch auch in den großen Gewerkschaften gibt es kämpferische Kolleginnen und Kollegen. Denen klar ist das die DGB Forderung nach einem Mindestlohn von 8,50€ lediglich der Garant für Hartz IV Aufstockung und Altersarmut ist. Die eine engere Zusammenarbeit von Gewerkschaft und Bundeswehr ablehnen. Deren Horizont nicht am nationalen Tellerrand stehen bleibt und die sich grundsätzlich für weitergehende Perspektive einsetzen.
Statt diese KollegInnen mit den Gewerkschaftsfunktionären und den zahlreichen Bier- und Bratwurstgeiern in einen Topf zu werfen und ihnen pauschal ans Bein zu treten, wollen wir mit diesen in Kontakt und Austausch kommen. Wir wollen die Gelegenheit nutzen um für die bevorstehenden Blockupy Aktionstage zu mobilisieren und das in Aschaffenburg noch neue Bündnis sichtbar zu machen. Wir setzen dabei weder auf eine bewusst optische Abgrenzung zum Rest der DemoteilnehmerInnen, noch wollen wir Selbstinszenierung betreiben. Wir sehen auf der Gewerkschaftsdemo dafür weder den Anlass noch die politische Notwendigkeit.

Viel mehr setzen wir auf die Vermittlung unserer Inhalte:
Der Idee eines anderen Europas, basisdemokratisch organisiert, grenzenlos, solidarisch und jenseits des Kapitalismus. In scharfer Abgrenzung zu rassistischer Stimmungsmache, dem zunehmendem Nationalismus und reaktionären Krisenlösungen.

Der große Wurf wird dieses Happening sicher nicht und wir wollen keine großen Erwartungen wecken. Ein Genosse hatte an anderer Stelle schon mal treffend kommentiert: „Linke Interventionen am 1. Mai sind in der Provinz ein hartes und zähes Geschäft.“
Dem haben wir nicht viel hinzuzufügen. Außer die Einladung an alle, die am ersten Mai nicht anderswo auf denen Beinen sind: beteiligt euch mit uns am zähen Geschäft linker und antikapitalistischer Intervention in Aschaffenburg.

10 Uhr Demonstration ab Linde Werk 1, Schweinheimer-Str.
11 Uhr Kundgebung am Theaterplatz

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