INTRO-Seminar: Hegemonie

In den Kerkern des faschistischen Italiens verfasste Antonio Gramsci in den 1930er Jahren seine Gefängnishefte und unternahm damit den Versuch, das marxistische Denken zu erneuern. Nach dem Scheitern der revolutionären Bewegung fragte der kommunistische Politiker und Intellektuelle nach der Bedeutung des Staates, der Kultur und der Intellektuellen für die Organisation von Herrschaft in kapitalistischen Gesellschaften aber auch nach Möglichkeiten ihrer Überwindung. Die Gefängnishefte sind ein fragmentarisches Werk, in dem sich bis heute aktuelle Fragen und Problemstellungen aufspüren lassen:

Wie wird «freiwillige» Unterwerfung und Zustimmung der Menschen zu Herrschaft organisiert? Wie können wir die Stabilität des Kapitalismus erklären? Auf welche Weise wird er alltäglich reproduziert und warum erscheint er selbst durch globale Krisen hindurch vielen als alternativlose gesellschaftliche Ordnung?

Solchen Fragen wird häufig mit dem Verweis auf „Hegemonie“ begegnet, die es herauszufordern gälte. – Aber: Was meinen wir, wenn wir „Hegemonie“ sagen?

Im Seminar wird vorgestellt, was hinter dem viel zitierten Begriff von Gramsci steckt und darauf aufbauend gefragt, wie heute an Gramscis politisches Denken angeknüpft werden kann.

Das Seminar setzt keine Vorkenntnisse voraus. Gewünscht ist von den TeilnehmerInnen eine respektvolle und offene Diskussionskultur, bei der sich niemand für Fragen zu genieren braucht oder sich wegen detaillierter ExpertInnendebatten langweilen muss. Bei den INTRO-Seminaren geht es uns um die gemeinsame Aneignung kritischen Wissens, dass wir für die politische Praxis nutzbar machen wollen.

Der Referent ist Benjamin Opratko aus Wien, Autor des im Verlag westfälisches Dampfboot erschienenen Buchs „Hegemonie – Politische Theorie nach Antonio Gramsci“.

Die Veranstaltung wird organisiert von der Interventionistischen Linken Aschaffenburg und unterstützt vom Kurt Eisner Verein.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung per Email an bge-il@riseup.net ist erforderlich!

 

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